Bis ein Glas Honig auf deinem Frühstückstisch steht, haben Bienen eine erstaunliche Leistung vollbracht: Für 500 Gramm Honig fliegt ein Bienenvolk umgerechnet mehrere Male um die Erde und besucht Millionen von Blüten. So entsteht Honig – Schritt für Schritt.
Schritt 1: Nektar und Honigtau sammeln
Sammelbienen saugen Blütennektar oder Honigtau (zuckerhaltige Ausscheidungen von Blattläusen, Grundlage des Waldhonigs) mit ihrem Rüssel auf und speichern ihn im Honigmagen. Schon auf dem Rückflug beginnt die Verarbeitung: Körpereigene Enzyme spalten den Zucker auf.
Schritt 2: Verarbeitung im Stock
Im Bienenstock wird der Nektar von Biene zu Biene weitergereicht. Bei jeder Übergabe kommen weitere Enzyme hinzu, und der Wassergehalt sinkt. Anschließend lagern die Bienen den unreifen Honig in Wabenzellen ein und fächeln ihm mit den Flügeln Luft zu, bis der Wassergehalt unter etwa 18 Prozent fällt – erst dann ist der Honig haltbar und „reif“.
Schritt 3: Verdeckeln
Ist der Honig reif, verschließen die Bienen die Zelle mit einem Wachsdeckel – das natürliche „Haltbarkeitssiegel“. Für den Imker ist die verdeckelte Wabe das Zeichen, dass der Honig geerntet werden kann.
Schritt 4: Ernte und Schleuderung
Der Imker entnimmt die vollen Honigwaben, entfernt die Wachsdeckel („Entdeckeln“) und schleudert den Honig in der Honigschleuder heraus – ganz ohne Hitze. Danach wird der Honig gesiebt, um Wachsreste zu entfernen, und je nach Sorte gerührt oder direkt abgefüllt. Mehr zu den Begriffen rund um die Verarbeitung liest du im Artikel Kaltgeschleudert, Bio & Co.
Beeindruckende Zahlen
- Eine einzelne Biene produziert in ihrem Leben nur etwa einen Teelöffel Honig
- Für ein Kilo Honig sind rund drei Kilo Nektar nötig
- Ein starkes Volk kann an einem guten Tag mehrere Kilo Nektar eintragen
Du willst tiefer in die Welt der Bienen eintauchen? Auf unserem Schwesterprojekt bienen.wiki dreht sich alles um Bienen und Imkerei.