Das DIB-Siegel und Echter Deutscher Honig

Echter Deutscher Honig ist ein geschütztes Qualitäts- und Herkunftszeichen des Deutschen Imkerbundes (D.I.B.). Honig, der dieses Siegel im bekannten Imker-Honigglas trägt, stammt zu 100 Prozent aus Deutschland und erfüllt Qualitätsanforderungen, die deutlich strenger sind als die allgemeine Honigverordnung. Das Siegel garantiert kontrollierte Herkunft, schonende Verarbeitung und regelmäßige Prüfung.

Wer steckt hinter dem Siegel?

Das Warenzeichen „Echter Deutscher Honig“ wird vom Deutschen Imkerbund vergeben. Nur Mitglieder der angeschlossenen Imkervereine dürfen es nutzen, und nur für Honig aus eigener deutscher Erzeugung. Das gewährleistet eine durchgängig nachvollziehbare Herkunft – vom Bienenvolk bis ins Glas.

Strengere Qualitätsanforderungen

Für das D.I.B.-Siegel gelten engere Grenzwerte als für gewöhnlichen Honig. Besonders wichtig sind der Wassergehalt und der HMF-Wert als Frischemarker.

  • Wassergehalt: höchstens 18 % (allgemeine Honigverordnung: bis 20 %)
  • HMF: höchstens 15 mg/kg (allgemein: bis 40 mg/kg)
  • Herkunft: ausschließlich aus Deutschland
  • Verarbeitung: schonend, nicht überhitzt, sortenrein gekennzeichnet

Hintergründe zu diesen Werten finden Sie unter Wassergehalt im Honig und HMF im Honig.

Woran erkenne ich Echten Deutschen Honig?

Am charakteristischen Gewährverschluss mit dem Aufdruck „Echter Deutscher Honig“ und am einheitlichen Imker-Honigglas. Auf dem Etikett stehen Imker und Herkunft. Das unterscheidet die Ware von Importmischungen, die mit „Mischung von Honig aus EU- und Nicht-EU-Ländern“ gekennzeichnet sind. Wer auf Regionalität setzt, findet weitere Hinweise im Beitrag Regionalen Honig kaufen.

Siegel ist nicht gleich Bio

„Echter Deutscher Honig“ steht für geprüfte Qualität und deutsche Herkunft, ist aber kein Bio-Zertifikat. Ökologische Bienenhaltung wird separat über das EU-Bio-Logo und Verbandssiegel ausgewiesen – mehr dazu im Beitrag Bio-Honig.

Das einheitliche Imker-Honigglas

Markenzeichen des D.I.B. ist das einheitliche Imker-Honigglas mit dem Gewährverschluss. Dieser Verschluss trägt einen fortlaufenden Code, über den sich der Honig dem abfüllenden Imker zuordnen lässt – ein Stück Rückverfolgbarkeit, das Verbrauchern Sicherheit gibt. Der Imker bürgt mit seinem Namen für die Qualität. Wird gegen die Richtlinien verstoßen, kann ihm die Nutzung des Zeichens entzogen werden. Diese Selbstkontrolle der Imkerschaft ist ein wesentlicher Pfeiler des Siegels.

Sortenangaben und Kontrolle

Auch bei der Sortenkennzeichnung ist der D.I.B. streng: Wird eine Sorte wie Raps, Linde oder Wald genannt, muss der Honig die sortentypischen Merkmale tatsächlich erfüllen. Unabhängige Institute prüfen Proben stichprobenartig auf Wassergehalt, HMF und sensorische Qualität. So bleibt das Siegel für Verbraucher ein verlässlicher Hinweis auf geprüfte Ware.

Häufige Fragen zum DIB-Siegel

Bedeutet „Echter Deutscher Honig“ auch Bio?

Nein. Das Siegel garantiert deutsche Herkunft und geprüfte Qualität, nicht aber ökologische Erzeugung. Bio wird separat über das EU-Bio-Logo ausgewiesen.

Warum sind die Grenzwerte strenger als gesetzlich?

Der D.I.B. will mit max. 18 % Wasser und max. 15 mg/kg HMF besonders frische, schonend behandelte Ware garantieren – deutlich unter den gesetzlichen Höchstwerten.

Kann jeder Imker das Siegel nutzen?

Nur Mitglieder der angeschlossenen Imkervereine, und nur für eigenen deutschen Honig, der die Richtlinien erfüllt. Bei Verstößen kann das Zeichen entzogen werden.