„Kaltgeschleudert“, „naturbelassen“, „echter Deutscher Honig“ – auf Honiggläsern finden sich viele Begriffe. Manche sind geschützt, andere reine Werbung. Hier erfährst du, was wirklich dahintersteckt.
„Kaltgeschleudert“ – klingt gut, sagt wenig
Überraschung: Honig wird immer kalt geschleudert. Die Honigschleuder arbeitet grundsätzlich ohne Hitze – anders ließe sich Honig gar nicht aus den Waben gewinnen. Der Begriff stammt aus einer Zeit, als Honig teilweise aus den Waben gepresst und dabei erwärmt wurde. Heute ist „kaltgeschleudert“ in Deutschland als Werbeaussage sogar unzulässig, weil er eine Besonderheit vortäuscht, die keine ist. Entscheidend ist vielmehr, ob der Honig nach der Ernte erhitzt wurde.
Diese Begriffe haben echte Bedeutung
- „Echter Deutscher Honig“ (Imkerhonig im DIB-Glas): geschütztes Warenzeichen des Deutschen Imkerbundes mit strengeren Anforderungen als die Honigverordnung – z. B. niedrigerer Wassergehalt und Wärmeschonung.
- Sortenhonig (z. B. „Rapshonig“): darf nur so heißen, wenn er überwiegend aus der genannten Tracht stammt – nachweisbar per Pollenanalyse.
- Bio-Honig: regelt vor allem die Betriebsweise des Imkers (Standort, Wachs, Bienenbehandlung, Fütterung). Da Bienen mehrere Kilometer weit fliegen, garantiert auch Bio keine 100 % „Bio-Blüten“.
- Herkunftsangabe: Pflicht. „Mischung von Honig aus EU- und Nicht-EU-Ländern“ bedeutet meist Importware unklarer Herkunft – regionale Angaben sind das stärkere Qualitätssignal.
Worauf du beim Kauf wirklich achten solltest
- Herkunft: je konkreter (Region, Imkerei), desto besser nachvollziehbar
- Direktbezug: beim Imker gekaufter Honig ist in der Regel unvermischt und schonend verarbeitet
- Preis als Indiz: sehr billiger „Sortenhonig“ aus aller Welt kann qualitativ kaum mit regionalem Imkerhonig mithalten
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