Met selber machen heißt: Honig, Wasser und Hefe vergären zu Honigwein. Das Grundprinzip ist seit Jahrtausenden gleich und gelingt auch Anfängern – nötig sind nur ein Gärbehälter mit Gärspund, Reinzuchthefe und Geduld. Mit etwa 3 Kilogramm Honig auf 10 Liter Ansatz entsteht in zwei bis drei Monaten ein Met mit rund 11 bis 13 Volumenprozent Alkohol.
Zutaten und Ausrüstung
- Honig: ca. 3 kg auf 10 l – milde Blütenhonige ergeben fruchtigen, helle Tracht klassischen Met; Waldhonig macht ihn dunkler und herber. Kristallisierter Honig funktioniert genauso gut wie flüssiger.
- Wasser: Leitungswasser ist geeignet, stark gechlortes Wasser vorher abkochen und abkühlen lassen.
- Hefe: Reinzuchthefe für Wein oder Met (z. B. Portwein- oder Steinberg-Typ). Backhefe ist ungeeignet – sie verträgt wenig Alkohol und erzeugt Fehltöne.
- Hefenährsalz: Honig ist nährstoffarm; ohne Nährsalz gärt der Ansatz schleppend.
- Ausrüstung: Gärballon (Glas oder lebensmittelechter Kunststoff), Gärspund, Schlauch zum Abziehen, Desinfektionsmittel oder heißes Wasser zur Reinigung.
Met selber machen: die Anleitung
1. Ansatz mischen
Honig in lauwarmem Wasser (höchstens 40 °C, sonst leiden Aromen) vollständig auflösen. Den Behälter nur zu etwa drei Vierteln füllen – die Gärung schäumt.
2. Hefe und Nährsalz zugeben
Hefe nach Packungsanleitung anrühren oder direkt zugeben, Nährsalz dosieren, alles gut mischen, Gärspund mit Wasser aufsetzen.
3. Gären lassen
Bei 18–22 °C dunkel stellen. Nach ein bis drei Tagen blubbert der Gärspund regelmäßig. Die Hauptgärung dauert vier bis acht Wochen; sie ist beendet, wenn der Spund minutenlang ruhig bleibt.
4. Abziehen und klären
Den jungen Met mit dem Schlauch von der abgesetzten Hefe in ein sauberes Gefäß umziehen („abstechen“). Wer mag, schönt mit Klärmitteln oder lässt die Zeit arbeiten: Nach einigen Wochen kühler Lagerung klärt sich der Met von selbst.
5. Süßen, abfüllen, reifen
Trocken vergorener Met darf mit Honig nachgesüßt werden – dann aber gegen Nachgärung stabilisieren (Kaliumsorbat/Schwefelung) oder kühl lagern und bald trinken. In Flaschen gefüllt gewinnt Met durch mindestens drei Monate Reife deutlich an Harmonie.
Typische Anfängerfehler
- Unsaubere Gefäße – häufigste Ursache für Essigstich und Fehlgärung.
- Backhefe statt Reinzuchthefe.
- Zu warmer Gärort: über 25 °C entstehen Gäraromen („Fuselnoten“).
- Zu früh abgefüllt: Nachgärung in der Flasche kann Druck aufbauen – Flaschen können bersten.
- Ungeduld: Junger Met schmeckt rau; Reife macht den Unterschied.
Häufige Fragen zum Met-Ansetzen
Wie viel Alkohol hat selbst gemachter Met?
Je nach Honigmenge und Hefe meist 11–14 Volumenprozent. Mehr Honig ergibt nicht endlos mehr Alkohol – die Hefe stirbt an ihrer Alkoholtoleranzgrenze, Restzucker bleibt als Süße.
Welcher Honig eignet sich am besten für Met?
Milde Blütenhonige für klassischen, ausgewogenen Met; kräftige Sorten wie Wald- oder Kastanienhonig für charakterstarke Varianten. Teurer Sortenhonig ist nicht nötig.
Ist selbst gemachter Met legal?
Die private Herstellung von vergorenem Honigwein für den Eigenbedarf ist in Deutschland erlaubt. Nur Destillieren ist genehmigungspflichtig; beim Verkauf gelten Lebensmittel- und Steuerregeln.
Wie lange ist Met haltbar?
Sauber gearbeiteter, gut verschlossener Met hält sich Jahre und reift dabei weiter. Angebrochene Flaschen kühl lagern und innerhalb einiger Wochen trinken.
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