Cremehonig ist Honig, der während der Kristallisation gerührt wird, sodass sich nur sehr feine Kristalle bilden. Das Ergebnis ist eine streichzarte, cremige Konsistenz, die nicht hart und grobkörnig wird. Cremehonig ist kein anderer Honig und nichts wird zugesetzt – allein das gezielte Rühren steuert die Kristallstruktur. Mit etwas Geduld lässt er sich gut selbst herstellen.
Warum Honig cremig wird
Jeder naturbelassene Honig kristallisiert mit der Zeit, weil der enthaltene Traubenzucker Kristalle bildet. Bleibt der Honig dabei in Ruhe, entstehen oft grobe, feste Kristalle. Rührt man ihn dagegen regelmäßig, brechen die Kristalle immer wieder auf und es bilden sich viele winzige Kristalle statt weniger großer. Diese feine Struktur macht den Honig streichzart. Hintergründe zur Kristallisation liefert der Beitrag Warum kristallisiert Honig.
Welcher Honig eignet sich?
Am besten gelingt Cremehonig mit Sorten, die ohnehin schnell und fein kristallisieren – etwa Rapshonig, Sonnenblumenhonig oder Phaceliahonig. Sorten, die lange flüssig bleiben, wie Akazienhonig oder Edelkastanienhonig, eignen sich weniger gut.
- frischen, beginnend kristallisierenden Honig
- ein sauberes Gefäß mit Deckel
- einen Holzspatel oder Rührstab
- einen kühlen Lagerplatz bei etwa 14 °C
So gehen Sie vor
Lagern Sie den Honig kühl, damit die Kristallisation einsetzt. Sobald er leicht trüb wird, rühren Sie ihn täglich für ein bis zwei Minuten kräftig durch – ohne Luft einzuschlagen. Wiederholen Sie das über einige Tage, bis der Honig gleichmäßig hell, dickflüssig und cremig ist. Anschließend in Gläser abfüllen. Wichtig: Den Honig dabei nicht erwärmen, damit Enzyme und Aroma erhalten bleiben.
Häufige Fehler vermeiden
Zu warme Lagerung verhindert die Kristallisation, zu starkes Schlagen schlägt Luftblasen ein. Erwärmen Sie den Honig nicht, um ihn flüssiger zu rühren – das erhöht den HMF-Gehalt und zerstört Enzyme. Geduld ist der wichtigste Faktor: Echter Cremehonig entsteht über mehrere Tage, nicht in Minuten.
Mit Impfhonig schneller zum Ziel
Profis beschleunigen den Vorgang mit sogenanntem Impfhonig. Dabei rührt man dem flüssigen Honig einen kleinen Anteil – etwa fünf bis zehn Prozent – bereits feincremig kristallisierten Honig unter. Dessen feine Kristalle dienen als „Startpunkte“, an denen sich neue, ebenso feine Kristalle bilden. So entsteht von Beginn an eine gleichmäßige Struktur, und der Honig wird zuverlässig streichzart statt grobkörnig.
Die richtige Temperatur beim Rühren
Cremehonig gelingt am besten bei kühlen 10 bis 14 Grad. In diesem Bereich kristallisiert der Honig zügig, aber nicht zu hart, und das Rühren formt die gewünschte feine Struktur. Bei höheren Temperaturen verzögert sich die Kristallisation, bei Kälte unter dem Gefrierpunkt kommt sie zum Stillstand. Wer die Temperatur konstant hält, erzielt das gleichmäßigste Ergebnis.
Häufige Fragen zu Cremehonig
Ist Cremehonig ein anderer Honig?
Nein. Es ist normaler Honig, dem nichts zugesetzt wird. Allein das Rühren während der Kristallisation erzeugt die feine, streichzarte Konsistenz.
Wie lange dauert es, Cremehonig zu rühren?
Meist mehrere Tage: täglich kurz rühren, bis die Konsistenz gleichmäßig cremig ist. Mit Impfhonig geht es etwas schneller.
Kann jeder Honig zu Cremehonig werden?
Am besten eignen sich schnell kristallisierende Sorten wie Raps oder Sonnenblume. Sehr lange flüssige Honige wie Akazie lassen sich kaum cremig rühren.