Kornblumenhonig ist ein seltener Sortenhonig aus dem Nektar der Kornblume (Centaurea cyanus), der im Hochsommer entsteht. Er fällt durch seine grünlich-gelbe bis bernsteinfarbene Tönung, ein kräftig-würziges, leicht herbes Aroma und einen für Blütenhonig ungewöhnlich hohen Enzymgehalt auf. Weil große Kornblumenbestände selten geworden sind, zählt er zu den raren deutschen Sortenhonigen.
Wie Kornblumenhonig entsteht
Die Kornblume blüht von Juni bis in den August und gedeiht auf sandigen, eher nährstoffarmen Böden – früher als „Ackerunkraut“ im Getreide allgegenwärtig, heute durch intensive Landwirtschaft stark zurückgedrängt. Nennenswerte Bestände finden sich vor allem in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt, oft auf Blühstreifen, Brachen und in Biolandbau-Regionen. Imker wandern gezielt mit ihren Völkern in solche Gebiete, denn nur wenn die Kornblume die dominierende Tracht ist, darf der Honig den Sortennamen tragen.
Eine Besonderheit: Die Kornblume bietet Nektar nicht nur in der Blüte, sondern auch über extraflorale Nektarien an den Hüllblättern – Bienen sammeln also auch an noch geschlossenen Knospen. Die Pflanze gilt als ausgesprochen ergiebige Bienenweide.
Geschmack und Merkmale von Kornblumenhonig
- Farbe: Gelblich mit charakteristischem grünlichem Schimmer, kristallisiert hell-beige.
- Geruch: Auffällig würzig, von manchen als leicht „animalisch“ oder käsig beschrieben – sortentypisch und kein Fehler.
- Geschmack: Kräftig, würzig-herb, mit langem Nachklang; deutlich markanter als milde Sorten wie Raps oder Akazie.
- Konsistenz: Kristallisiert mittelschnell und wird oft cremig gerührt angeboten.
In der Küche passt Kornblumenhonig zu kräftigem Käse, dunklem Brot und Wildgerichten. Zum Süßen von empfindlichen Tees ist er weniger geeignet – sein Eigengeschmack setzt sich durch.
Kauf und Preis
Echter Kornblumenhonig ist Direktvermarkter-Ware: Man findet ihn bei Imkern in den Anbauregionen, auf Wochenmärkten und in spezialisierten Onlineshops, selten im Supermarkt. Der Preis liegt über dem von Standardsorten – die Seltenheit der Tracht, das Wandern mit den Völkern und kleine Erntemengen haben ihren Wert. Ein Blick aufs Etikett lohnt: Steht dort „Sommerblüte mit Kornblume“, handelt es sich um eine Mischtracht, nicht um sortenreinen Kornblumenhonig.
Häufige Fragen zum Kornblumenhonig
Warum riecht Kornblumenhonig so ungewöhnlich?
Das würzige, leicht käsige Aroma stammt aus sortentypischen Inhaltsstoffen des Kornblumennektars. Es ist ein Echtheitsmerkmal – ein mild duftender „Kornblumenhonig“ wäre eher verdächtig.
Wann wird Kornblumenhonig geerntet?
Je nach Region zwischen Mitte Juli und Ende August, nach dem Abblühen der Hauptbestände. Er gehört damit zu den späten Sommertrachten.
Ist Kornblumenhonig gesünder als anderer Honig?
Er gilt als enzymreich, bleibt aber wie jeder Honig vor allem ein Zuckerlebensmittel. Wer ihn wählt, wählt ihn wegen Geschmack und Seltenheit, nicht als Heilmittel.
Warum ist Kornblumenhonig so selten?
Weil seine Trachtpflanze selten geworden ist: Herbizide und dichte Getreidebestände haben die Kornblume von den Äckern verdrängt. Blühstreifenprogramme und Ökolandbau verbessern die Lage langsam.
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