Im Supermarktregal stehen sie nebeneinander: einmal „Blütenhonig“, einmal Sorten wie Raps, Linde oder Akazie. Doch was unterscheidet einen Sortenhonig eigentlich vom klassischen Blütenhonig? Die Antwort steckt in der Herkunft des Nektars. Hier erfährst du, wie sortenreiner Honig entsteht und welcher Typ wofür am besten passt.
Was ist ein Sortenhonig?
Ein Sortenhonig stammt überwiegend aus dem Nektar einer einzigen Pflanzenart. Damit ein Honig zum Beispiel als „Rapshonig“ oder „Lindenhonig“ verkauft werden darf, muss der prägende Anteil des Nektars von dieser Trachtpflanze kommen – erkennbar an Pollenbild, Geschmack, Farbe und weiteren Merkmalen. Bekannte Sortenhonige sind etwa Rapshonig, Lindenhonig oder Akazienhonig.
Damit ein Sortenhonig sortenrein wird, muss der Imker zur richtigen Zeit ernten – nämlich dann, wenn die jeweilige Pflanze in Massen blüht und kaum andere Trachtquellen verfügbar sind. Das erfordert Erfahrung und Aufwand, weshalb Sortenhonige meist etwas teurer sind.
Was ist Blütenhonig?
Blütenhonig (auch Mischblütenhonig) entsteht aus dem Nektar vieler verschiedener Blüten. Die Bienen sammeln, was die Umgebung gerade bietet – Obstbäume, Wildblumen, Klee, Löwenzahn und vieles mehr. Dadurch schmeckt Blütenhonig je nach Region und Jahreszeit immer ein bisschen anders. Er ist ein ehrliches Abbild seiner Landschaft.
Blütenhonig ist meist mild, vielseitig und alltagstauglich. Er eignet sich gut als „Standardhonig“ fürs Frühstück und zum Süßen.
Und was ist mit Honigtauhonig?
Neben Blüten- und Sortenhonigen gibt es eine dritte Gruppe: Honigtauhonige wie Waldhonig. Sie entstehen nicht aus Blütennektar, sondern aus dem zuckerhaltigen Honigtau, den Bienen an Bäumen sammeln. Diese Honige sind in der Regel dunkler und kräftiger.
Sortenhonig oder Blütenhonig – was ist besser?
Keiner ist grundsätzlich „besser“ – sie haben unterschiedliche Stärken:
- Sortenhonig für alle, die ein bestimmtes, wiedererkennbares Aroma schätzen (z. B. die Mentholnote von Lindenhonig).
- Blütenhonig für alle, die einen milden, vielseitigen Alltagshonig suchen.
- Honigtauhonig für Freunde kräftiger, dunkler Honige.
Geschmack ist Geschmackssache – am besten probierst du dich durch verschiedene Sorten.
Häufige Fragen
Ist Sortenhonig hochwertiger als Blütenhonig?
Nicht automatisch. Beide können hervorragende Qualität haben. Sortenhonig ist nur aufwändiger zu gewinnen, weil eng zeitlich geerntet werden muss. Entscheidend für die Qualität sind Sorgfalt des Imkers und ein niedriger Wassergehalt – mehr dazu im Beitrag Wassergehalt im Honig.
Woran erkenne ich echten Sortenhonig?
An einer klaren Sorten- und Herkunftsangabe und am typischen Aroma. Sehr günstige „Sortenhonige“ sind manchmal Mischungen. Was die Begriffe auf dem Etikett bedeuten, erklärt der Beitrag Kaltgeschleudert, Bio & Co..
Schmeckt Blütenhonig immer gleich?
Nein. Gerade das macht ihn spannend: Je nach Region, Jahreszeit und Pflanzenvielfalt variiert das Aroma von Glas zu Glas.